In der neuen Serie hat sie die Modelle nun wieder verlassen und ist in die Realität zurückgekehrt, um gleichzeitig einen Schritt von ihr zurückzutreten, durch die Glasscheiben, Spiegelungen und Lichtkegel, die jedem dieser Bilder eine zweite Ebene einziehen. Ihre starken Farben sind ein bisschen abgedämpft: Las Vegas spielt noch mit, aber nur im Hintergrund. Wieder hat sie analog fotografiert, wieder auf jegliche Postproduktion verzichtet: Die Lichteffekte, die Farbigkeit, all das fängt sie direkt mit der Kamera ein.

„Deaf“ ist der Titel, den Anna Lehmann-Brauns ihrem Buch gegeben hat. Er verweist auf die Melancholie und die Einsamkeit, die sich hindurchzieht. „Deaf“ trifft auch die Hermetik und Weltabgewandtheit, die sich in dem Werk ausdrückt. Andererseits ist der, dem ein Sinn fehlt, mit den anderen umso aufmerksamer. Wer nicht hört, der sieht die Details. Und findet in einem nassen Stück Asphalt den ganzen Regenbogen.

◄ back