Bei Universum Lounge (2004) ist es ein Goldkettenvorhang, der den städtischen Raum irrealisiert und sich wie ein Schleier vor das Auge legt, sodass der Akt des Schauens bewusst wird.
Zoo Palast (2001) zeigt einen geschlossenen Vorhang. Es ist ein rosafarbener, glänzender und geraffter Vorhang aus schwerem Stoff, der auf eine Rampe fällt, die man nur als Linie am unteren Bildrand sieht. Er erinnert an die Bühne als einen Ort des Glamours und der Illusion. Als Theatervorhang bezeichnet er die Grenze zwischen Zuschauerraum und Bühne, zwischen Realität und Illusion. Hier nun füllt er das gesamte Bild, rückt in seiner Materialität, seiner Stofflichkeit in den Vordergrund, wird selbst zum Bild, anstatt den Blick auf ein Dahinter freizugeben. Die Fotografie spielt mit dem Versprechen einer Welt hinter dem Vorhang, einer fiktiven, strahlenden, anderen Welt, und zeigt doch nur die konkrete Stofflichkeit des Vorhangs selbst. Hier wird letztlich das Verhältnis zwischen Bild und Betrachter reflektiert, zwischen dem Begehren des Blicks, den Vorhang zu lüften, Einblick zu erhalten in die Welt des Bildes, in ein Dahinter, und der Weigerung des Bildes, mehr zu sein als eine Textur und ein Versprechen. Die voyeuristische Lust wird von dem geschlossenen Vorhang abgewiesen, der Blick wird auf sich selbst zurückgeworfen. Der Vorhang markiert einen Raum zwischen Realität und Bild, zwischen Bild und Betrachter. In diesem Sinne öffnet auch dieses Bild einen theatralen Zwischenraum, einen Raum für die Wahrnehmung des Einzelnen.

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